Die Wiederentdeckung des heiligen Hieronymus im Jahr des Wortes Gottes

Salamanca, Spanien

Die Wiederentdeckung des heiligen Hieronymus im Jahr des Wortes Gottes

Der Kongress "Der Heilige Hieronymus: Leben, Werk und Rezeption. Zum Hundertsten Jahrestag seines Todes (420 - 2020)" fand statt im historischen Gebäude der Universität Salamanca im Rahmen der Aktivitäten der Domingo de Soto-Professur.


Der Kongress wurde von den Professoren Miguel Anxo Pena Gonzalez, Inmaculada Delgado Jara und Victor Pastor Julian iniziert. Sie sind für ihre akademische Forschungsarbeit und die Übersetzung klassischer Schriften des Altertums bekannt. 

Der Kongresses hatte zum Ziel, eine umfassende Sicht der Gestalt des Hieronymus als Bibelwissenschaftler und Übersetzer der Vulgata-Bibel zu präsentieren, seine umfangreichen Beiträge zur Exegese und Theologie zu würdigen sowie den Einfluss seiner biblischen Kommentare auf Manuskripte und Kunst. 

Die Universitätsleitung von Salamanca war bei der Eröffnung des Kongress zugegen, der stark interdisziplinär und international geprägt war. Neben den Professoren mehrerer spanischer Universitäten gab es auch viele Teilnehmer*innen aus dem Ausland.

Die Themen der Vortäge und Arbeitsgruppen waren breit gefächert. Um nur einige Beispiele zu nennen: der Einfluss der Quellentexte des Hieronymus (lateinisch und griechisch); Hieronymus und die Veritas Hebraica; der Einfluss der Vulgata auf die Rezeption des Markus-Evangeliums. Eingehend untersucht wurden seine Beziehungen zur zeitgenössischen Patristik (Eusebius von Cesarea und Rufino von Aquileya), sowie sein Leben im Spiegel seiner Briefe. Ein weiteres Thema war die Geschichte des Hieronymitenordens im Mittelalter, der viel zur Bekanntheit seines Gründers beigetragen hat. Ein Vortrag beleuchtete die Wiedergeburt der Figur des Hieronymus im spanischen und europäischen Humanismus des 15. Jahrhunderts (Luis Vives und Erasmus von Rotterdam). Eine dreiteilige Reihe präsentierte einen umfassenden Überblick der Ikonographie des Hieronymus in der Kunst. 

Während der Vorträge wurde durchgängig auf die biblischen Texte (in Hebräisch, Griechisch und Latein) Bezug genommen. Wissenschaftliche Ausgaben dieser Texte standen sowohl Rednern als auch Teilnehmern zur Verfügung dank der Buchausstellung des Verlags der Steyler Missionare. Neben den Ausgaben der Vulgata und der hebräischen Bibel erregte ein Faksimile-Exemplar der Complutense Polyglot Bibel das Interesse der Anwesenden.

Der Kongress schloss mit einem Besuch der Allgemeinen Historischen Bibliothek im Universitätsgebäude, wo Teilnehmer Manuskripte einsehen konnten, die im Zusammenhang mit den Werken des Heiligen Hieronymus stehen.

Der Kongress fiel in das "Jahr des Wortes Gottes", das in diesem Jahr 2020 zum 1600. Jahrestag des Todes des heiligen Hieronymus begangen wird. Das Festjahr möchte dazu beitragen, die Bedeutung des Hieronymus als Bibelübersetzer wiederzuentdecken. Sein Bestreben war es, die Heilige Schrift in der Alltagssprache damaliger Menschen zugänglich zu machen. Eine bleibende Aufgabe.

#DeiVerbiAnnus

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